Neuraltherapie

 

Die Neuraltherapie nach Huneke gehört zu den Regulationstherapien. Es werden gezielt die Autoregulationsmechanismen des Organismus angesprochen; die Neuraltherapie folgt dem Reiz-Reaktions-Prinzip.

 

Morphologische Basis ist das Grundsystem nach Pischinger und Heine, bestehend aus der Matrix (Extrazellulärraum mit Netzwerk aus hochpolymeren Zucker-Protein Komplexen, Strukturglycoproteinen, Wasser u.a.), sympathischem Nervensystem, zellulären und humoralen Bestandteilen.

Es ist zuständig für Ernährung der Organzellen, für Abwehrvorgänge, Informationsweiterleitung und -speicherung.

Die eine Antwort bedingende Reizsetzung erfolgt bei der Neuraltherapie durch gezielte Stiche mit einer dünnen Hohlnadel und Injektion einer kleinen Menge eines Lokalanästhetikums kurzer Wirkdauer ( Procain ). Neben der nur kurzen lokalanästhetischen Wirkdauer (die bedingt, dass dieses Medikament in der Anästhesie heute nicht mehr verwendet wird) hat Procain einen sympathikolytischen, antiinflammatorischen und perfusionsverbessernden Effekt. Der therapeutische schmerzstillende Effekt überdauert die Wirkung des Lokalanästhetikums bei Weitem und soll letztendlich zu dauernder Schmerzfreiheit bzw. –abschwächung führen.

Man unterscheidet lokale Therapien, Segmenttherapien sowie die Behandlung von sog. Störfeldern. ( z.B. Narben, Probleme im Bereich der Zähne, Zustand nach Knochenbrüchen, Infektionen etc.).

Das Störfeld stellt einen chronischen Reizzustand des Organismus dar, der nicht unbedingt im schmerzenden Areal zu suchen ist. Eine erfolgreiche Behandlung der Störfeldes führt zu einem Wegfall auch fernabgelegener Schmerzen ( sofern nicht bereits irreversible Veränderungen bestehen ),  z.T. zu sofortiger Schmerzfreiheit über mehrere Stunden ( sog. Sekundenphänomen nach Huneke ).

Diese ganzheitliche, holistische Betrachtungsweise der natürlichen Vorgänge ist eine spannende Sichtweise gesundheitlicher Aspekte unter Berücksichtigung kybernetischer und physikalischer Modelle, nicht zuletzt auch quantenphysikalischer subatomarer Prozesse.

 

Die Indikation zum Einsatz der Neuraltherapie wird teilweise sehr weit gefasst; in unserer Praxis erfolgt der Einsatz überwiegend bei Schmerzsyndromen, die sich in den Rückenbereich oder in die Gelenke projizieren ( hier auch in Kombination mit chirotherapeutischen Methoden ), bei Schwindel, chronischen Kopfschmerzen  oder sog. „funktionellen“ Magen -  Darm Problemen in Verbindung mit einer mikrobiologischen Darmsanierung.